Aus meiner Erfahrung als CEO
- Stephan Strauss

- Feb 7
- 1 min read
These 4 – Wenn Kultur kippt

Aus meiner Erfahrung kippt Kultur leise. Nicht in Skandalen, sondern in Gesprächen. Risiken kommen spät, Probleme werden relativiert, Aussagen werden vorsichtig formuliert. Irgendwann merkt man: Die Organisation sagt nicht mehr, was sie weiß. Das ist kein Kommunikationsproblem, das ist Angst.
Ich wusste nie genau, wie tief dieses Schweigen reicht. Aber ich wusste, dass Wegsehen gefährlicher ist als Irritation. Kontrolle zu verstärken wirkt in solchen Situationen logisch, verschärft das Problem aber. Entscheidend war, Verhalten anzusprechen – nicht Ergebnisse.
Das erzeugt Spannung. Konsens hilft hier nicht, er stabilisiert das Schweigen. Führung bedeutet, Dinge auszusprechen, die andere vermeiden.
Im Umgang mit Menschen habe ich gelernt, Offenheit zu ermöglichen, ohne Schutz zu versprechen. Wahrheit ohne Konsequenzen gibt es nicht. Empathie ist wichtig, darf aber nicht zur Schonung führen. Wirkung zählt mehr als gute Absicht.
Was sich für mich verändert hat: Ich sehe Spannung heute als Information. Andere CEOs sollten nicht glauben, Kultur sei weich. Sie ist hochwirksam – im Guten wie im Schlechten.

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