Aus meiner Erfahrung als CEO
- Stephan Strauss

- Feb 7
- 1 min read
Updated: Apr 4
These 2 – Cashflow schlägt Bilanz
Aus meiner Erfahrung kommt diese Erkenntnis meist dann, wenn die Zahlen eigentlich noch „okay“ aussehen. Die GuV beruhigt, aber die Liquidität fühlt sich eng an. Cash wird plötzlich nicht mehr abstrakt, sondern körperlich spürbar. Man merkt, dass Zeit nicht mehr selbstverständlich ist. In dem Moment wird klar: Liquidität ist keine Kennzahl, sondern Handlungsfreiheit – oder deren Abwesenheit.
Ich habe Entscheidungen getroffen, ohne zu wissen, wie lange die Krise dauert. Diese Information hatte ich schlicht nicht. Was ich wusste: Ohne Cash gibt es keine Optionen, keine Strategie, keine Transformation. Viele logisch attraktive Maßnahmen mussten warten, weil sie kurzfristig Liquidität gebunden hätten. Das war keine strategische Eleganz, sondern nackter Realismus.
Diese Entscheidungen erzeugen Widerstand. Kaum jemand applaudiert, wenn Spielräume geschlossen werden. Konsens hilft hier nicht, er kostet Zeit. Führung bedeutet in solchen Momenten, Prioritäten zu setzen, auch wenn sie unpopulär sind. Autorität entsteht nicht aus Zustimmung, sondern aus Verantwortung.
Im Umgang mit Menschen habe ich gelernt, sehr sauber zu kommunizieren. Ich konnte erklären, warum wir handeln, aber ich konnte keine Sicherheit versprechen. Empathie war wichtig, durfte aber nicht zur Verzögerung führen. Falsche Hoffnung zerstört mehr Vertrauen als klare Wahrheit.
Was sich für mich dauerhaft verändert hat: Ich trenne heute strikt zwischen Profitabilität und Überleben. Profit ist Theorie. Cash ist Realität. Andere CEOs sollten aus dieser Erfahrung nicht lernen, dass gute Ergebnisse schützen. Sie tun es nicht.

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