Aus meiner Erfahrung als CEO
- stephanstraussstra
- Feb 7
- 1 min read
These 1 – Die Kostenbasis frisst das EBIT

Aus meiner Erfahrung wird diese These nicht in einem dramatischen Moment sichtbar, sondern schleichend. Entscheidungen brauchen länger, obwohl alle Zahlen auf dem Tisch liegen. Diskussionen drehen sich im Kreis, während die Organisation immer schwerfälliger wird. Irgendwann wird klar: Das Problem ist nicht mangelnde Steuerung, sondern ein System, das zu teuer, zu komplex und zu träge geworden ist. An diesem Punkt lässt sich das Thema Kosten nicht mehr delegieren. Es wird zur Frage der eigenen Führungsfähigkeit.
In solchen Situationen hatte ich nie vollständige Transparenz. Aber ich wusste: Wenn ich auf perfekte Informationen warte, verliere ich Zeit, die ich nicht habe. Wachstum klang logisch, Investitionen verführerisch – aber beides hätte das Problem vertagt. Entscheidend war nicht, alles richtig zu machen, sondern die Statik des Systems wieder tragfähig zu bekommen. Alles andere konnte warten.
Ich habe gelernt, dass Konsens hier kein Zeichen von Reife ist, sondern von Vermeidung. Je länger diskutiert wird, desto länger bleibt die Komplexität unangetastet. Führung bedeutet dann, Entscheidungen zu treffen, die nicht populär sind, aber wirksam. Autorität entsteht nicht durch Erklärungen, sondern durch Klarheit und Konsequenz.
Im Umgang mit Menschen war mir wichtig, nichts schönzureden. Empathie bedeutet in solchen Phasen nicht, Entscheidungen abzuschwächen, sondern die Realität ernst zu nehmen. Manche Maßnahmen waren hart, aber notwendig, um weiteres Abrutschen zu verhindern. Wer das vermeidet, verschiebt die Kosten nur in die Zukunft – meist auf die Menschen.
Rückblickend hat sich mein Blick auf Kosten fundamental verändert. Sie sind kein Finance-Thema. Sie sind ein Führungsindikator. Was andere CEOs aus dieser Erfahrung nicht lernen sollten: dass Effizienz elegant oder konfliktfrei sein muss. Sie muss rechtzeitig sein.

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