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TURNAROUND DEUTSCHLAND – Welches Geschäftsmodell soll dieser Standort künftig haben?

  • Writer: Stephan Strauss
    Stephan Strauss
  • Jul 6
  • 2 min read

In den lezten Wochen sind mehrere Meldungen nahezu geräuschlos untergegangen. Boehringer Ingelheim stoppt geplante Deutschland-Investitionen von rund 900 Mio. Euro. Eli Lilly and Company Lilly halbiert ein milliardenschweres Investitionsprojekt in Deutschland. 72 % der deutschen Automobilzulieferer planen laut VDA, Investitionen zu reduzieren, zu verschieben oder ins Ausland zu verlagern. Bosch baut tausende Stellen ab.


Und gleichzeitig wandert ein wachsender Teil der Zukunftsinvestitionen in die USA oder nach Asien.


Jede dieser Meldungen für sich genommen lässt sich erklären. Zusammen erzählen sie eine andere Geschichte:

Die Geschichte eines Geschäftsmodells, das an seine Grenzen stößt und im politischen Klein-Klein ersäuft.


Die größten Schwachstellen sind offensichtlich:


• Energie ist vom Standortvorteil zum permanenten Standortnachteil geworden.


• Bürokratie und Regulierung bremsen massiv Investitionen und Innovation.


• Deutschland schützt Bestand stärker als Zukunft.


• Wachstumskapital für Scale-ups fehlt. Innovationen entstehen hier, skaliert werden sie anderswo.


• Die industrielle Identität ist ungeklärt.


Mehr noch: die gesellschaftliche Identität ist ungeklärt. Sie wird bis heute von einer historischen Frage nach Schuld und Verantwortung überlagert.


Deutschland weiß nicht mehr, was es sein will:

Industrieland? Exportnation? Innovationsstandort? Klimavorreiter? Sozialstaat?

Alles gleichzeitig geht nicht.


Aus Turnaround-Perspektive würde ich mit diesen Prioritäten beginnen:


1. Die Identität klären: Wer wollen wir künftig sein? Und zwar gesellschaftlich und wirtschaftlich!


2. Die Kostenbasis stabilisieren: Energie, Bürokratie und Regulierung wieder wettbewerbsfähig machen.


3. Bürokratie und Steuersystem massiv reduzieren und entschlacken.


4. Die Investitionsfähigkeit erhöhen: Mehr Geschwindigkeit, Planungssicherheit und Wachstumskapital.


5. Zukunftsindustrien priorisieren: KI, Robotik, Automatisierung, Biotech, Halbleiter, Energie und Defence.


6. Den Mittelstand für das KI-Zeitalter ertüchtigen. Hürden reduzieren. Gezielte Unterstützung für Unternehmertum schaffen.


Der entscheidende Punkt:

Deutschland hat kein Kostenproblem. Deutschland hat vielmehr ein Geschäftsmodellproblem. Und wie jeder Turnaround beginnt die Lösung nicht mit Förderprogrammen oder Subventionen.

Sondern mit der ehrlichen Beantwortung einer einzigen Frage:

Welches Geschäftsmodell soll Deutschland im Jahr 2040 eigentlich haben?



 
 
 

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